Eigentlich vertrat ich immer die Meinung, dass man, wenn man sich schon entschlossen hat in den USA zu leben, auch gut und gerne mal auf deutsche Produkte verzichten kann. Ich gehöre daher nicht zur Maggi-Fraktion die sich da Fresspakete mit Sahneschnitzelfertigmischung aus Deutschland kommen lässt. Stattdessen esse und koche ich mich nun schon seit zweieinhalb Jahren durch die regionale Küche.
Trotzdem vermisse ich hin und wieder mal deutsche Produkte. So gelüstete es mir schon seit vielen Monaten nach Pflaumenmus.
Und was war ich froh als mein bisher einziger Besuch aus Deutschland, die liebe Sandra, mir tatsächlich vier verschiedene Sorten Pflaumenmus mitbrachte. Mein persönliches kleines Glück auf einem Philadelphia Brot. Ich schwebe im siebten Himmel. Ich blogge ja nun schon seit vielen Jahren, war nicht immer auf WordPress und Sandra kenne ich eben durchs Bloggen. Irgendwann traf man sich dann eben, stellte fest, dass es da noch andere Verbindungen gab, den Ex-Chef etwa oder den morgendlichen Entgegenkommer auf der anderen Spur, jahrelanges herumlungern in einer Kleinstadt am Rande des Hundsrücks eben.
Ich freute mich, dass sie kam, bedeutete es doch eine willkommene Abwechselung im altäglichen Trott. Schwanger mit zwei Kindern, Mann und Tieren und das Leben dreht sich um die Chaosbekämpfung, Machomannzufriedenstellung, erfinderisches Kochen, Yo Gabba Gabba, Milchflaschenerwärmung, Hundeohrenreinigung, Planschbeckenbefüllung, Herzinfarktvermeidung, Katzeneinfangmethoden, Kinderwünscheverweigerungen in Geschäften und letztendlich Rückenschmerz- und Müdigkeitsbekämpfung aufgrund des fortgeschritten Alters. Mein Unterhaltungsfaktor ist gerade zu auf Null geschrumpft was allerdings nicht bedeutet, dass ich gerne unterhalten werde. Neben den üblichen Kindergesprächen (tu dies nicht, lass das sein, bring den Müll raus, trink mehr Wasser, rumschrei, Katzen machen Miau und Hunde Wau Wau) war da eben mal eine Person mit der man sich ordentlich unterhalten konnte.
Plötzlich konnte ich auch die Stadt, in der ich lebe, aus einem anderen Blickwinkel sehen und endlich tat ich Dinge, die ich schon ganz lange mal tun wollte. So sind wir etwa das letzte Stück Straße bis zum Grenzübergang nach Mexiko lang gelaufen. Wir waren fast die einzigen Weißen zwischen den ganzen Hispanics und Asiaten. Die Straße war gesäumt von Ramschläden, in denen sich Plastik und Kleidung bis zum Himmel stappelte. Mexikaner schleppten ihre Einkäufe in Müllsäcken zurück nach Juarez. Oder Cloudcroft, nur zwei Stunden von mir gibt es Wald wie im Schwarzwald, Irgendwo in der Wüste rechts abbiegen auf ein Bergplateau und plötzlich gibt es Obstwiesen, Bergbäche und es riecht nach Nadelbäumen. Der Ort heisst wohlmöglich nicht umsonst Cloudcroft, hängen doch die dicksten Wolken über dem Gebiet, selbst dann wenn unten in der Wüste kein Tropfen zu fallen scheint. Schade, dass es so schlimm regnete, dass die Waldwanderung ins Wasser viel. Und dann war da noch Viva El P., das allsommerliche Musical, dass in einem kleinen Amphitheater im Canyon aufgeführt wird. Ich mag alles was glitzernde Kostüme beinhaltet. Die Location war auch super, wurde doch der Berg ins Musical integriert.
Letztendlich war es wohl auch der dekadente Umgang mit Wasser von dem Sandra so fasziniert war. Wenn sie nicht arbeiten müsste würde sie gerade mal hier bleiben. Für das Geld, wofür man in Deutschland eine kleine Einzimmerwohnung bekommt ohne alles, gibt es hier schon ein voll eingerichtes Appartement mit Pool-, Hot-Tub, Gym um wireless Internet Benutzung. Bei einem unserer engeren Freunde gab es daher eine Poolparty. Es war wie man sich so eine Poolparty mit einem wilden Haufen Army Guys vorstellt. Ihnen rann das Fett am Kien hinunter während sie in Fleischbatzen bissen, sie spielten ein wildes Ballspiel im Pool und später dann als man sich ein wenig am Bier gütlich getan hatte, schmierten sie sich blauem Kuchen in die Gesichter. Einige Teile des blauen Kuchens landeten sogar im Pool, was aber aufgrund der blauen Farbe nicht weiter auffiel. Man(n) reinigte sich indem man sich gegenseitig in den Pool schubste. Erstaunlicherweise gab es keine weiteren Schäden durch die Party und was die Ehefrauen nicht aufräumten erledigten die Riesenkakerlaken.
Apropros Kakerlaken: Sandra meinte noch, dass ich mir wohl nie vorgestellt hätte folgenden Satz zu sagen: ” lasst mich mal die Kakerlaken wegmachen, dann könnt ihr draußen spielen”. Manchmal kommen über Nacht zwei drei Kakerlaken und laben sich am Hundewasser, wenn man es vergessen hat abens auszukippen. Klar muss ich die dann morgens entfernen bevor die Kids in den Garten gehen, so ist das eben in der heißen Wüste.
Letztendlich mussten natürlich auch sämtliche sich lohnende Schopping Locations angesteuert werden. Ich sagte Sandra noch, sie solle doch am Besten eine leeren Koffer bringen. Aufgrund des niedrigen Dollars kostet hier nämlich nix die Welt. Der Koffer musste anschließend in die Autopresse bevor er ins Flugzeug durfte. Aber so soll es ja eigentlich auch sein, wenn man im Urlaub in den USA ist.
Circa einmal im Jahr darf man sich als reguläre lower class Militärehefrau wie eine elegante Dame fühlen, nämlich dann wenn sich das Militär selber feiert und zum Ball einlädt. Schon Wochen vorher gibt es unter den Frauen des Battalions kein anderes Gesprächsthema. Kleider wollen gekauft, Babybäuche verhüllt, Nägel lackiert und Schuhe gefunden werden. Man bespricht sich öffentlich via Facebook und jedes Mal wenn eine wieder erfolgreich war gratuliert die Facebook und Militär community.
Natürlich erwähnte ich nicht öffentlich, dass ich mein Kleid zum Schnäppchenpreis in einem Resteladen gekauft hatte. Ich dachte auch nicht mehr daran und staarte tagtäglich auf das wunderschöne Kleid, dass da auf einem Bügel an der Gardinenstange hing. Meine eleganten Schuhe und meine Handtasche lagen sicher zwischen feinem knisternden Papier in einer Pappschachtel.
Am Abend vor dem Ball folgten Freundin N. und ich unserem Beschluß uns die Nägel verschönern zu lassen. Ich betrat Neuland. Noch nie hatte ich mir professionel die Nägel machen lassen und ich wusste nicht wirklich was ich erwarten sollte. Der Dyer, eine der größeren und ollen Geschäftsstraßen nahe der Militärpost scheint fest in asiatischer Hand. Sara, die Koreanerin stattet meinen Mann mit Klamotten aus, während sie mich mit Reiskuchen und Kinder mit Süssigkeiten füttert, Kee hat die besten Sushi-Rollen und wunderbares Teriyaki Hühnchen und kneift meiner halbasiatischen Tochter gerne in die dicken Backen. So war es wenig verwunderlich, dass auch Hollywoodnägel und asiatischen Einwanderern geführt wird.
Ich wollte eigentlich nur eine nette French Manicure auf Gel. Der Mann an dessem Tisch ich Platz nahm, sprach mit starkem Akzent hinter einer Schutzmaske. Ich verstand trotz meiner 109 von 120 möglichen Punkte im TOEFL Test die mir fremden Vokabeln nicht. Ich bekam Gel-Nägel, aber die Lackierung war falsch. Ich machte den Mund auf als er schon fertig war und er war leicht erbost. Ich bekam eine neue Lackierung und beschloß nie wieder in den Laden zu gehen. Das Endergebnis war dennoch okay, nur schmerzten mir die Fingernägel in der darauf folgenden Nacht aufgrund des Gels, dass musste sich wohl erst noch ausdehnen.
Gegen vier des darauffolgenden Tages lieferten wir die Kinder bei unserer Nachbarin B. ab. Mein Sohn hatte schon mehrfach im Hause B. übernachtet aber für das Baby war es das erste mal, dass sie eine Nacht ohne Mama und Papa verbrachte. Ich war natürlich nervös ob alles gut gehen würde. Am liebsten hätte ich eine Gebrauchsanweisung mit dazu gepackt. Auch wenn B. drei Kinder großgezogen hat denkt man doch als Mutter immer, dass das eigene Kind ganz besonders behandelt werden muss. Mein Kind zum Beispiel muss Ohren anfassen zum Einschlafen. Mein Mann versuchte mich zu beruhigen. Ich wusste ja auch, dass sie in guten Händen war und alle Hausbewohner kannte. Sie würden schon miteinander klar kommen.
Wir checkten ins mondäne Camino Real ein. Mein Lieblingshotel, nobel, schick mit dicken Teppichen, toller Hotelbar und Spiegeln an der Wand, dennoch genug Schmuddel damit ich mir nicht fehl am Platze vorkam.
Unser Zimmer im elften Stock war alsbald übersäht mit Klamotten und Schminkzeug. Wenig später traten Herr und Frau L. gestriegelt und geschminkt in den Aufzug und fuhren zum offiziellen Empfang. Als erstes schaut man sich als Frau natürlich erst mal um, nach bekannten Gesichtern und nach den Kleidern, die anderen Damen tragen. Manche Frauen hatten absolute Wow-Kleider, andere waren eher underdressed. Ich fühlte mich wohl in meinem Kleid und sog die Komplimente ein. Zum Empfang wurden Käse, Früchte und Brot serviert. Ich überaß mich am Käse, insbesondere der Brie hatte es mir angetan. Brie ist hier verhältnismässig teuer, daher essen wir ihn so gut wie nie. Die anderen Ladies und ich posierten für die Kameras, mein Mann und ich ließen ein Bild von einem proffesionellen Fotografen machen und dann begann der offiziellere Teil mit der Receiving Line. Mann und ich schüttelten Hände und sagten “Hi” zu irgendwelchen höheren Militärmenschen und deren Ehefrauen. Wir nahmen danach an unserem Tisch platz. Im Faltblättchen vor mir das Abendprogramm, unterbrochen von Lebensläufen gefallener Soldaten, die in heldenhafter Weise ihr Leben gaben um das der Kameraden zu schützen. Neben mir die Mathelehrerin mit den tausenden Nahrungsmittelallergien. Für sie ist es fast unmöglich auswärts zu essen. Vor dem Ausbruch der Allergien sei sie mal übergewichtig gewesen, vertraut sie mir an, ich kann es kaum glauben.
Neben dem üblichen Tralala wurden Reden gehalten. Der banale Glassalzstreuer vor mir avanciert zum Symbol für die vergossenen Tränen über den Tod junger Soldaten. Als nächstes wird eine Lobrede auf die Military Spouse gehalten. Er, der Gastredner berichtete von 20 Jahren Ehe und 20 Jahre Militärzeit, davon wie er seine damals 19 jährige Frau an einem fremden Ort, ohne Freunde und Familie zurücklassen musste als die Pflicht rief, davon wie sie nicht mit der Wimper zuckte als er sie später abermals mit den Babies alleine lies und viel später als er ein drittes Mal weg musste und als er sich nochmal umdrehte sah wie sie jungen Army Wives Mut zusprach.
Das hochschwangere Sweetheart am Tisch vor mir brach in Tränen aus. Die Rede war zu emotional für sie, sie die bald ihr erstes Kind haben wird und wo jetzt schon klar ist, dass ihr Mann für lange Zeit in den Krieg muss. Eine Mädchentraube begleitet sie nach draußen. Ein merkwürdiges Ereigniss unter den riesigen Kristallkronleuchtern und den hübsch geschmückten Tischen und Stühlen, kein Ort für Tränen.
Das Menü ist ein schlechter Witz. In jenem Hotel hab ich schon weitaus besser gegessen. Hätte ich nicht so Hunger gehabt hätte ich den ungekochten Reis, das harte Fleisch und die nichtvorhandenen Artischocken liegen gelassen. Zum Abschluss des öffentlichen Programmes mussten die großen und wichtigen Jungs mit einer Art Bowle anstoßen. Jede Einheit kippte also rein, was sie gerade hatte und heraus kam ein merkwürdiges alkoholisches Getränk mit einer seltsamen rosanen Farbe. Die Reste wurden unter den einzelnen Tischen aufgeteilt und gerade die jungen Soldaten kippten sich das Zeugs hinter die Ohren und kurze Zeit später war ihnen schlecht.
Später wurde getanzt. Die Männer zogen die Uniformen aus, knöpften die oberen Knöpfe an ihren Hemden auf und die Damen entledigten sich der hochhackigen Schuhe. Das Licht wurde gedämpft und zu Salsa, Hip Hop und Rock tantzte man barfuss auf dem Parkett. Auch ich hatte meine Schuhe längst ausgezogen und lief mit nackten Füßen über die dicken Teppiche.
Wir beendeten den Abend an der Hotelbar. Eine Band spielte spanische Lieder und ich trank Cranberry Juice. Irgendwann brachte mich mein Mann ins Zimmer. Ich war müde, schwanger eben. Irgendwann in der Nacht kam er dann wieder, ich roch Alkohol und drehte mich weg.
Am nächsten Morgen war ich gegen sieben wach. Ich wollte mein Baby. Es vergeht schließlich kein Morgen ohne dass ich das dicke, süße Kind beknuddele. Ich kochte Kaffee in der kleinen Kaffeemaschine und bemühte mich vergeblich unauffällig meinen Mann zu wecken:
“Willst du Kaffee? Dein Kaffee wird kalt….! Trink doch jetzt endlich deinen Kaffee!”
Irgendwann gab mein Mann genervt seinen Schlaf auf. Ich solle es doch mal genießen, dass die Kinder nicht da sind. Ich konnte nicht. Ich wollte mein Baby und ich war mir sicher, dass mein Baby mich wollte.
Dehydriert und hungrigwie wir waren gab es Subway Sandwiches und Wasser zum Frühstück, danach ein Jogurt Eis und dann endlich holten wir die Kids wieder ab. Ich schloß mein Baby in die Arme und war stolz auf meinen Sohn. Meine Tochter hatte sich nämlich den ganzen Abend bei ihrem großen Bruder aufgehalten und der durfte nicht mal alleine aufs Klo gehen ohne dass sie anfing zu weinen. Somit hatte er wenig Spielzeit mit seinen Freunden aber trug die Verantwortung wie ein Mann und kümmerte sich um sie. Tolles Kind! Nun hängt mein Kleid im begehbaren Kleiderschrank und wird wohl lange darauf warten müssen wieder herausgenommen zu werden. Schade eigentlich, ich würde gerne viel öfter elegante Dame spielen.
Die texanische Wüste ist nicht tot. Nein, vielmehr hat die ewige Leere ein umfangreiches Angebot an Pflanzen und Tieren. Letztere sieht man öfter als man denkt – überfahren auf dem Interstate. Wenn man das Ganze aufmerksam beobachtet dann kann man sogar ein Muster darin erkennen: Coytote, Gummireifenreste, Stinktier, Gummireifenreste, Gürteltier, Gummireifenreste, Undefinierbar, Gummireifenreste. Lange wurde mir nicht klar was dieses Muster zu bedeuten hatte als wir auf dem Weg nach San Antonio waren. Dann aber, es war gegen drei Uhr nachts hörten wir plötzlich ein seltsames Geräusch und mein lieber Mann merkte recht schnell, dass einer unserer Reifen Luft verlor. Wir waren drei Meilen vor jenem Ort an dem wir eigentlich ein Hotelzimmer nehmen wollten. Wir schafften es noch bis zu einer Ausfahrt und rollten langsam eine dunkle Straße hinab. Da standen wir nun also in der einsamen Dunkelheit der texanischen Wüste. In der Ferne leuchteten die Lichter jener kleinen Stadt, vor uns die Sterne. Wir hatten keine Taschenlampe dabei und niemand wusste wie das Ersatzrad aus der Halterung zu heben sei. Irgendwas ist anders an neuen Autos.
Mein Mann bekam Angst. Das kommt davon wenn man sich Horrorfilme wie Chainsaw Massacre anschaut. Die Location war genau richtig um bestialisch abgeschlachtet zu werden: Texas auf dem Lande. Wir riefen die Roadside Assistance unserer Versicherung an. Sie wollten wissen wo wir uns befänden, so dass sie jemanden schicken könnten. Trotz Navi wussten wir nicht wo wir waren, denn die Straße hatte schlichtweg keinen Namen. Da standen wir also, hilflos auf einer dunklen namenlosen Straße. Der Notruf, denn wir kontaktierten konnte uns zumindest einen Milemarker angeben und die Versicherung schickte jemanden.
Mein Mann verfiel erneut in Panik. Was wenn der Mechaniker ein Rassist war und gleich seine Freunde vom Ku Klux Klan anrief? Zwei Assiatisch aussehende Insulaner und zwei Deutsche nachts auf der Landstraße sind doch ein gefundenes Fressen. Er wies mich an im Auto zu bleiben und die Türen geschlossen zu halten. Ich rollte nur mit den Augen.
Der Mechaniker entpuppte sich als freundlicher und mexikanisch stämmiger Mensch, der im Nu das Ersatzrad montiert hatte. Spitze Tierknocken hatten unseren Reifen regelrecht zerfetzt. Vermutlich sind wir über ein überfahrenes Gürteltier drüber gefahren oder sonsteinen Wüstenbewohner.
Gegen Mittag des folgenden Tages erreichten wir San Antonio. Dort war die Luft wesentlich feuchter und die Vegetation erstaunlich grüner als in E.P. Eine langjährige Freundin meines Mannes und ihre Familie war so nett uns während unseres Aufenthaltes zu beherbergen, was uns nicht nur sehr viel Geld ersparte sondern auch viel Spaß brachte. Kind Nr. 1 hatte einen Spielkamerad, Kleinkind Nr. 2 hatte eine Spielkameradin, ich hatte eine Schwangere mit der ich mich austauschen konnte und mein Mann einen anderen Mann mit dem er neues Ersatzrad kaufen gehen konnte.
Am gleichen Tage steuerten wir unser erstes Ausflugsziel an. Den Riverwalk in San Antonio. Touristen lieben den Riverwalk, ist er doch grün, gesäumt von Mamuthbäumen, coolen Bars und Restaurants, direkt am Wasser und direkt in der Innenstadt und weil wir in Amerika sind ist die Mall gleich dabei. Leider war es “a pain in the butt” die Kinderwägen durch die Menge zu schieben. Irgendeiner kam auch auf die schreckliche Idee auf den sowieso schon zu engen Gehwegen an dem Fluß einen Kunstmarkt zu veranstalten, was das Gedrängel nur noch unnötig verstärkte. Als uns endlich die Füße weh taten liefen wir durch die Stadt zurück zum Parkhaus. Hier ein paar Eindrücke vom Riverwalk:
Unsere lieben Gastgeber servierten am Abend Hummer und Fisch. Wie ordentliche Insulaner haben auch sie eine ganze Kühltruhe voller Seafood, eingeflogen mit zwei Kühlboxen. Ich kann mich nicht daran erinnern jemals zuvor schon mal Hummer gegessen zu haben und genoß es in vollen Zügen. Früh am Abend ging ich ins Bett, der nächste Tag sollte eigentlich früh beginnen.
Es war schon fast Mittag als wir alle auf den Parkplatz von Seaworld rollten. Es war heiß und schwül und wir mussten für unsere Tickets anstehen. Seaworld ehrt die Militärangehörigen mit freien Eintrittskarten. Ansonsten hätten wir für uns vier mindestens 150 $ hinblättern müssen. Wir hatten uns seit Wochen auf diesen Trip und insbesondere Seaworld gefreut. In dem Park selbst wurde uns schnell bewusst, dass wir kaum eine Chance hatten die ganzen Attraktionen zu sehen. Zu viele Menschen waren unterwegs und es war schwierig sich durch die Massen zu bewegen. Wir sahen in den vier Stunden, die wir dort waren nur eine Show. Danach fing es an wie aus Kübeln zu schütten, Kinderwägen, Kinder und Erwachsene waren total durchnässt. Wir hatten auch noch Hunger und die Restaurants waren total überfüllt. Wir hätten Stunden in der Schlange warten müssen. Es machte keinen Spaß mehr. Barfuß lief ich durch den Regen, den anderen hinterher zum Auto. Wir verließen den Park, enttäuscht!
Tag drei war Shopping Day. Jungs fuhren mit Jungs zum Carshop und Mädchen, Kleine und Große fuhren zur Mall. Ich brauchte ein Kleid für den Militärball. Unser Plan war es die Mall von Rechts nach Links abzuklappern. Rechts waren die günstigen Geschäfte, die, die die Departmentstorereste aufkaufen und alles für einen Apfel und ein Ei verscherbeln. Ross, mein Lieblingsladen, unsortiert wie immer, hatte ganze drei Ballkleider zwischen dem Ramsch hängen. Shopping bei Ross bedeutet viel anprobieren und damit rechnen, dass nur 20 % passen. Ich fand ein wunderschönes weinrotes, perliges, rückenfreies, seidenartiges Kleid mit zarten Trägern. Es passte, es war wie für mich gemacht und nicht beschädigt. Ich zahlte nur 30% des Originalpreises. Ich war happy. Am anderen Ende der Mall, dem nobelsten Departement Store fand ich traumhaft schöne Schuhe und eine passende Abendhandtasche. Männer mögen das vielleicht nicht verstehen aber der Kauf eines schönen Abendkleides und noch schöneren Schuhen kann eine Frau in den siebten Himmel versetzen. Shopping in Amerika macht ausserdem Spass, weil man überball gut durchkommt, freundlich bedient wird und unglaubliche Schnäppchen machen kann. Meine kaufwütigen amerikanischen Freundinnen zum Beispiel tragen selten ein Kleidungsstück zweimal.
Nach den Einkäufen tanzte ich mit meinem Ballkleid durch das Wohnzimmer unserer Freunde. Ich fühlte mich wie Prinzessin persönlich!
Der Abend wurde abgeschlossen mit einem Besuch in einem philipinischen Restaurant. Tolles, riesiges, leckeres Buffett! Essen, Essen, Essen!
Am nächsten Morgen traten wir den Heimweg an, endlos lange Fahrt durch die endlose Wüste. El P. war weit! Ich genoss die Fahrt, fuhr die erste Hälfte selber, Stop in einer texanischen Kleinstadt zum Mittagessen. Dort gab es so richtige Cowboys! Tiere wieder von Tiersittern abgeholt und glücklich ins Bett gefallen. Ende!




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