Wir haben am Ende des Monats immer nicht viel Geld übrig. Wir leben schon seit fast einem Jahr von nur einem Gehalt, was daran liegt, dass ich hier in den USA immer noch nicht arbeiten darf. Wir freuten uns natürlich als wir herausfanden, dass ich schwanger bin, auch wenn das bedeutet, dass wir den Gürtel nochmal enger schnallen müssen. Babies kosten viel Geld, insbesondere wenn man alles neu kaufen wollen würde.Wir fingen also bei unserem knappen Budget bereits im vierten Schwangerschaftsmonat mit der Beschaffung der Babyausstattung an. Von den Nachbarn kauften wir gebraucht einen Kinderwagen, Autositz und Reisebett, von anderen Nachbarn, noch aus Deutschland, hatten wir ein Babybett ohne Matratze geerbt und eine ungenutzte Komode stand in der Garage, weil sie nicht mehr in das Zimmer meines Sohnes passte. Diese gehörte zu einem ganzen Kinderzimmerset in welchem ein ehemaliger Chef von mir bereits als kleiner Junge bewohnt hatte, im saarländischen Homburg! Er hatte es mir damals vermacht als ich mit fast Nichts ausser einem Kleinkind in einer kleinen Wohnung wohnte. Schöne Holzmöbel aber über die Jahre haben Kinderhände dort auch ihre Spuren hinterlassen.
Nun will ich aber, dass das Baby ein hübsches Babyzimmer hat, auch wenn ich weiss, dass ihm das ziemlich egal sein wird. Wir haben also nun das Problem, dass wir einige alte Möbel in verschiedenen Farben und Formen haben und man so absolut nicht zu einem harmonischen Babyzimmer kommt.
Was man aber mit Geld nicht hinbekommt, dass schafft man mit Arbeit sagte ich mir und als ich irgendwann mal 20 Dollar übrig hatte kaufte ich folgende Dinge:

1 Packet Sandpapier (2 Dollar Nochwas)

3 Dosen weisser Sprühlack ( 3 Dollar pro Dose)

5 Künstleracrylfarben (55 Cent das Stück)

6 Metalknaufe aus chinesischer Fabrikation und mit provenziallischem Aussehen (1 Dollar Nochwas was Stück)

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Meine Inspiration holte ich mir aus sowohl aus der deutschen Einrichtungszeitung Living & More als auch aus amerikanischen Heimwerkershows wie “Design on a Dime”. Die Living & More Redaktion scheint sich sehr mit nordischem weiss und Vintage Style identifizieren zu können. Viele Einrichtungen stammen von den Landsitzen nordeuropäischer Künstler oder Designer. Natürlich hatte alles irgendwie ein Vorleben, ist antik oder sonstwie aufgearbeitet. Ein Wort dafür ist Recycle Art.Es musste also auch bei mir weiss sein, weil ich es auch für ein Baby recht passend fand – mit einem frischen Hauch von Grün und einem Rosa das nicht allzu sehr an Barbie Pink erinnert.

Ich fing damit an den Lack der alten Komode mit Sandpapier anzuschleifen, nachdem ich die alten Holzknaufe von den Schubladen abmontiert hatte. Ich zog die Schubladen heraus und klebte innen alles sorgfältig mit Zeitungspapier und Klebeband ab. Die Innenseiten der Komode und der Schublade sollten schliesslich keinen Lack abbekommen um ein problemloses rein und raus der Schubladen zu gewährleisten.
Danach wurden mit Sprühlack drei Schichten Weiss aufgetragen. Zwischendrinnen gab ich dem Lack immer einige Stunden Zeit zu trocknen. Sprühlack finde ich besser als Farbe zum Streichen. Das Resultat ist um ein Vielfaches gleichmässiger und es geht schneller. Das Einzige Problem bei der Sache ist, dass man am Besten draussen sprüht um nicht allzu viel von dem Farbnebel einzuatmen. Hierzu muss es einigermassen warm und ganz wichtig: trocken sein.
Ich hatte eine alte Vintage Style Tischdecke aus einem Second Hand Laden mit Rosenmuster. Die Rosenblüten nahm ich als Vorlage für mein eignes Rosendesign, welches ich anfertigte. Ich malte das Muster auch gleich mit den Acrylfarben an und schnitt es sorgfältig aus. So konnte ich sehen wie es auf den Schubladen wirkt und die markanten Punkte mit einem Bleistift übertragen.
Dann kam die Acrylfarbe an die Reihe. Hier gilt immer dunkel auf hell. Zuerst wurden also im groben die Blumenumrisse sowie die Blätter mit den hellen Untergrundtönen gemalt. Jeden Schritt machte ich gleich dreimal um möglichst regelmässige Ergebnisse auf allen Schubladen zu erzielen. Dann werden die Konturen mit den dunkleren Farben nachgezogen.
Zum Schluss werden die Metalknaufe drauf geschraubt. Weil sie so billig waren und aus China waren die Schrauben natürlich zu lang aber die alten, welche die Holzknaufe gehalten hatten passten auch in die Neuen.
Und fertig war das Möbelstück:

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Heute Abend dann nehmen wir uns das Bett sowie 2 Regale vor bevor es ans Nähen geht (Gardinen und Himmel). Stoffe habe ich mir schon ausgeguckt und ich hatte in diesem Jahr schon genug Zeit zum üben.