So ziemlich jeder auf Arbeit hat einen Chihuahua, entweder gefunden, oder gezüchtet, oder schon immer gehabt. Chihuahuas sind kleine bellende Tierchen, die ihren Ursprung hier in der Chihuahua-Wüste haben, denen man rosa Halsbändchen anziehen kann und die in jede Handtasche passen. Sie laufen oft frei auf der Straße herum, kläffen einen an und rennen dann weg, überschätzen die eigene Größe und weit davon entfernt normaler,ordentlicher Hund zu sein.
Nun sprach ich neulich so aus Spaß zu meinem Manne, dass wir als ordentliche Neu-Mexicaner nun auch so ein Tierchen haben sollten. Schließlich sind wir die einzigen, die am Taccostand vor dem Baumarkt keinen Minihund im Arm halten. Die Antwort war kurz und heftig. So ein Etwas kommt ihm nicht im Haus oder nur dann, wenn er einen deutschen Schäferhund kriegt. Man stelle sich dass mal vor, Familie L., die eine Hälfte blond, die andere „Whatever“, dazu einen Chihuahua, einen Basset Hound und einen deutschen Schäferhund. Wir kriegen doch niemals mehr einen Mietvertrag. Also hieß es von meiner Seite aus „nein“ zum Schäferhund und von seiner Seite aus „nein“ zu einem Chihuahua.
Die Leute auf Arbeit fragen weiterhin ob ich nicht einen kaufen will und immer dann wenn meine Trainerin dort laut „Ay Chihuahua!!“ ausruft, weil irgendwas nicht so ganz will, dann denke ich daran wie schön es wäre einen glotzäugigen, rotzfrechen, bellenden Minihund als Türklingel zu haben.
So wird das ja nie was mit der Einbürgerung. Es ist schon schlimm genug, dass ich die einzige bin, die anstatt Enchiladas und Burritos Nudelauflauf in der Brotbox hat, kein gefrohrenes Wasser aus ominösen Trinkbehältern trinkt und auch keine Tarantula namens Titidie im Schlafzimmer versorgt. Meine Haare sind auch immer noch strohblond obwohl ich bereits in Erwägung gezogen habe, sie in dunkelschwarz umzufärben. Man will ja nicht auffallen. Ein Chihuahua aber ist nun wirklich das, was man zum Einbürgerungstest mitzubringen hat und warum will mein Männe das nicht verstehen?

5 comments
Comments feed for this article
Juli 13, 2008 um 9:48
Kvelli
Ach herjeh, Kleeblumenkranz, das ist natürlich ein nicht zu verachtendes Problem. An Deiner Stelle würde ich es mal mit einer kleinen List versuchen. Besorge Dir zunächst einmal einen solchen kleinen Kläffer in Form eines Plüschtieres. Den nimmst Du immer mit, zu Hause setzt Du ihn schön sichtbar irgendwohin, im Auto kannst Du in vor die Windschutzscheibe klemmen, und er ist einfach so da. Irgendwann wird sich Dein Mann an den Anblick gewöhnt haben und merken, dass so ein kleiner Strolch gar nicht so überl ist und keine Arbeit macht.
Und dann, Kleeblumenkranz, dann ist der Zeitpunkt für Dich gekommen, ratz fatz einen echten dieser Winzlinge zu kaufen.
Falls Dein Mann etwas merkt, sagst Du einfach, Du hast dem Tierchen sprechen und laufen beigebracht. Schliesslich gibt es ja bereits auch menschenähnliche Roboter…:-)
Vielleicht ist das ja einen Möglichkeit, Deinem Wunsch ein wenig nöher zu kommen.
Viel Glück dabei und verhunzele Deine Haare nicht.
Liebe Grüße an den Rand der Wüste und Joui la vie
Kvelli
Juli 14, 2008 um 5:41
Jörn Christian Meyer
Tja, ich bin ja eher ein Katzenmensch, mein Freund steht auf Hunde … und eigentlich haben wir beide keine Zeit für Haustiere.
Aber in den letzten Wochen hab ich mir immer wieder überlegt, ob wir uns vielleicht nicht doch einen kleinen Hund zu legen sollten. Jetzt im Moment ist das natürlich total abwegig – eigentlich müsse ich wegen meiner Immunschwäche sämtliche Topfpflanzen in den Garten verbannen. Aber wenn ich wieder halbwegs fit bin fände ich so einen kleinen Hausgenossen doch ganz angenehm (wen habe ich da schwules Ersatzkind sagen hören?).
Irgendwie fänd’ ich es dann eine nette Idee, einen Hund aus dem Kölner Modell – also einen ehemaligen Laborhund – zu adoptieren. Mal schauen …
Gruß,
Jörn
PS: Für Eure beiden Kinder wäre ein Tier doch was großartiges! So aus pädagogischen Gründen … ein Schäferhund ist doch viel zu groß, da würd’ ein Chihuahua doch besser passen.
Juli 14, 2008 um 11:59
schneegespenst
Diese Hunde sind irgendwie ja süß. Aber ich muss dabei immer an Püppchen denken. Man sieht ja auch oft, das sie in Taschen gestopft werden und so, seltsam. Viel zu Tussig ist das
Und ihr habt ja schon nen Hund. Wie wäre es denn mit einer Katze?:-)
Juli 15, 2008 um 12:29
Haustiere « Joerns Weblog
[...] Juli 2008 von Jörn Christian Meyer Der letzte Post in Frau Kleeblumenkranz’ Pepperblog hat mich emotional nachdenklich gestimmt, aber lest [...]
September 8, 2009 um 4:45
Flüge
hallo
also ich habe selber einen chihuahua und behaupte mal zu meinen das mein hund ein normaler hund ist, nichts jeden ankläffendes und dann weglaufendes mit rosehalsbandtragendes hündchen ist. Mein hund ist ein normaler hund und macht was alles normales hunde machen. Fressen, schlafen draussen spazieren gehen und das mit wonne. Ich glaube das ist alles reine erziehungssache, ich finde das ein chihuahua einem schäferhund z.b. im nichts hinterherhängt. Nach meiner erfahrung sind chihuahuas totale herzenbrecher und vorallem bei männern!!!!! ich weiß nicht wie sie das schaffen aber es ist ihnen möglich jedes herz zu gewinnen.
gruss