So  ziemlich jeder auf Arbeit hat einen Chihuahua, entweder gefunden, oder gezüchtet, oder schon immer gehabt. Chihuahuas sind kleine bellende Tierchen, die ihren Ursprung hier in der Chihuahua-Wüste haben, denen man rosa Halsbändchen anziehen kann und die in jede Handtasche passen. Sie laufen oft frei auf der Straße herum, kläffen einen an und rennen dann weg, überschätzen die eigene Größe und weit davon entfernt normaler,ordentlicher Hund zu sein.
Nun sprach ich neulich so aus Spaß zu meinem Manne, dass wir als ordentliche Neu-Mexicaner nun auch so ein Tierchen haben sollten. Schließlich sind wir die einzigen, die am Taccostand vor dem Baumarkt keinen Minihund im Arm halten. Die Antwort war kurz und heftig. So ein Etwas kommt ihm nicht im Haus oder nur dann, wenn er einen deutschen Schäferhund kriegt. Man stelle sich dass mal vor, Familie L., die eine Hälfte blond, die andere „Whatever“, dazu einen Chihuahua, einen Basset Hound und einen deutschen Schäferhund. Wir kriegen doch niemals mehr einen Mietvertrag. Also hieß es von meiner Seite aus „nein“ zum Schäferhund und von seiner Seite aus „nein“ zu einem Chihuahua.
Die Leute auf Arbeit fragen weiterhin ob ich nicht einen kaufen will und immer dann wenn meine Trainerin dort laut „Ay Chihuahua!!“ ausruft, weil irgendwas nicht so ganz will, dann denke ich daran wie schön es wäre einen glotzäugigen, rotzfrechen, bellenden Minihund als Türklingel zu haben.

So wird das ja nie was mit der Einbürgerung. Es ist schon schlimm genug, dass ich die einzige bin, die anstatt Enchiladas und Burritos Nudelauflauf in der Brotbox hat, kein gefrohrenes Wasser aus ominösen Trinkbehältern trinkt und auch keine Tarantula namens Titidie im Schlafzimmer versorgt. Meine Haare sind auch immer noch strohblond obwohl ich bereits in Erwägung gezogen habe, sie in dunkelschwarz umzufärben. Man will ja nicht auffallen. Ein Chihuahua aber ist nun wirklich das, was man zum Einbürgerungstest mitzubringen hat und warum will mein Männe das nicht verstehen? :-)