Alle Jahre wieder springt der Truthahn in die Ofen und kommt duftend, leicht gebräunt und saftig wieder hinaus. Spätestens dann ist uns klar, dass die besinnliche Zeit begonnen hat. Die Gründe warum auch ich als Deutsche Thanksgiving als ein wilkommenes Fest zelebriere liegen auf der Hand. Es ist quasi wie ein zweites Weihnachten, nur das Essen ist besser. Und wenn es draußen früher dunkel wird, stürmt und und kalt ist, dann wird es drinnen bei Kerzenschein so richtig gemütlich wenn man zusammen sitzt und herbstlich anmutende Speisen zu sich nimmt.

Drauf warten, dass es endlich los geht
Wir hatten uns also mit einem befreundeten Pärchen zusammen getan und gemeinsam ein Mahl zubereitet. Nach ein paar Jahren Ehe haben wir so unsere „Familienrezepte“ und manche Speisen werden immer auf die gleiche Art zubereitet. Der Truthahn ist mein Aufgabengebiet. Mein Geheimniss ist eine Apfel-Zwiebel Mischung mit Kräutern, die von innen her dafür sorgt, dass das Fleisch saftig bleibt. Natürlich läuft eine größere Kochaktion bei uns nicht ohne kleinerer oder größere Katastrophen ab. Weil der Turkey für meinen Mann nicht groß genug sein konnte tropften Wasser und Fett neben das Blech in den Ofen was zu einer imensen Rauchentwicklung führte. Das war dann der Grund warum ich einen „richtigen“ Truthahn-Bräter kaufen durfte, quasi eine Anschaffung für`s Leben inklusive Tranchierbesteck, Truthahn-Halter-Griffen und Einlegegitter.

Truthahn im Truthahn Bräter, Mr. M.´s Hände beim Tranchieren
In dem Chaos der Nahrungszubereitung schnappte sich Kleinkind A., die Tochter unserer Freunde, das Bier von SGT. S. der bis dahin das thanksgivingische Footballspiel genoßen hatte, versteckte sich in einer uneinsehbaren Ecke um auch mal Schlückchen aus der Pulle zu nehmen. Weil es nicht schmeckte entschloß sich Kleinkind A. kurzerhand den Bierflascheninhalt über den Fußboden zu kippen. Mutter N. erlitt fast einen Nervenzusammenbruch, bekam aber Kleinkind samts leerer Bierflasche zu fassen und die Bierlache wurde weggewischt.
Mein Mann hatte am Abend zuvor schon mal damit begonnen Kürbis-Rollen zu backen. Er ist berühmt für seine Kürbisrollen mit cremiger Füllung, insbesondere Schwangere wissen diesen Kuchen zu schätzen und essen gerne mal alles alleine auf. Von unseren philippinisch-afroamerikanischen Nachbarn mit den zahlreichen Kindern haben wir gelernt Lumpia zu machen. Lumpia sind die phillippinische Version der Frühlingsrollen und natürlich superlecker. Lumpia sind definitiv kein typisches Thanksgiving Essen, Maiskolben schon und Bohnen, Kartoffelbrei, warme Brötchen, Preiselbeersoße, Maisbrot und ganz wichtig der Schinken und Stuffing, eine Beilage aus Brotkrümmelgrundlage. Dazu gab es Wein aus Kalifornien und 64 Kalorien Bier für die dicken Soldaten.
Vom ganzen Hin und Her rennen im eigenen Hause taten mir ganz schön die Füße weh. Der Puerto Ricanische New Yorker bester Freund meines Mannes kam auf einen Sprung vorbei als es schon später war. Wir haben am gleichen Tag Geburtstag und er gehört zu den Menschen, die einen so zum Lachen bringen können, dass es weh tut. Einen Huggy Hug und dann maschierte er auch schon wieder hinaus, meinen Mann im Schlepptau damit er der Nachbarin beim Karaoke zuhören konnte. Sie hat eine Hammerstimme was ihr Mann lediglich mit den Worten: „That´s my girl!!!!!“ kommentiert.

Wo geht´n Dädä um diese Zeit noch hin?
Ich wurde immer müder und war froh als sich unsere Gäste noch ihre Gästeteller mit übrig gebliebenen Truthahn und Kürbisrolle füllten. War das doch ein Zeichen dafür, dass sie bald abreisen würden. Am nächsten Morgen öffneten die Geschäfte auch schon um 4.oo Uhr in der früh und jeder wollte hin und Schnäppchen machen. So früh aufzustehen lohnte sich nur für Leute, die auf der Suche nach günstigen Blue Ray Recordern oder Schaukelpferdchen waren.
6 comments
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November 29, 2008 um 3:57
Kvelli
Herrlich, so eine knusprige Pute, da läuft mir jetzt glatt das Wasser im Munde zusammen. Das war bei meinen Eltern auch immer das Gericht zum 1. Weihnachtstag, Pute mit Sauerkraut und Kartoffeln. Ich liebe es, denke aber mal, es ist wohl nicht sehr viel übrig geblieben, dass es lohnt nach Resten zu fragen…:-)
Und Deine Kleine schaut ja echt zu goldig aus, in ihrem Stühlchen, ja, so richtig erwartungsvoll und sieht auch fast so aus, als ob sie genau beobachtet, ob Du alles richtig machst.
Ein sehr niedliches Mädchen, obwohl, bei der Mutter…
Sei lieb gegrüßt über den großen Teich und verlebe ein gemütliches und geruhsames Wochenende.
Kvelli
November 29, 2008 um 7:17
Kartoffelsalat a l`orange « Joerns Weblog
[...] kapitale Vögel: ein richtig fettes Exemplar gab es bei Frau M. aus El P. zu Thanks Giving. Passend dazu der Artikel “Give Thanks? Science [...]
November 30, 2008 um 1:23
Wienermaedel
Ein schönes Essen – für 2 Familien kann man soetwas zubereiten. Da haben sicher alle ordentlich zugelangt.
Und bei diesen tollen Küchenwerkzeugen kann ja nichts schief gehen.
Einen schönen Advent!
Dezember 2, 2008 um 5:38
ninifee
Um Thanksgiving bin ich ja schon ein wenig neidisch – wäre mir sehr viel lieber als Halloween. Es hat tatsächlich was von einer quasi Vorweihnacht. Der Vogel sah sehr lecker aus und der Rest hörte sich äusserst „mhhhhm“ an. Das mit dem Bier hätte ich sehen wollen – lach. Deine Kleine sieht aber nicht sehr nach Sturm aus – eher wie Hitzewelle – wenn ich das MM im Vergleich betrachte. Die trägt nun täglich Strumpfhosen, Socken, zur Not noch Leggins und auf jeden Fall dicken Pulli – es ist manchmal recht ungemütlich kalt. Brrrrr – aber auch schön als Einstimmung für den Winter.
LG ninifee
Dezember 2, 2008 um 8:13
S.
Lalalaalala La
)
Dezember 2, 2008 um 8:14
S.
Wollte nur checken, wie spät es bei dir ist.
Aha.
Sei lieb gegrüßt und erwecke demnächst mal wieder mein Telefon.
Love ya.
Si