Liebe Freunde und liebe Feinde,*

Ich fühle mich hochgeehrt, dass ihr tatsächlich auf Blogeinträge wartet. Ich wollte ja auch immer mal wieder was posten aber hatte, wie Ninifee schon vermutete arg mit Übelkeit zu kämpfen. Sitzen vor dem Computer war ein Ding der Unmöglichkeit und ich war heilfroh, keinen Job zu haben. Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal solch eine Einschränkung in der Lebensqualität hinnehmen musste. An etlichen Tagen ging schlicht gar nichts mehr. Nun kam das Militär auf die Idee - und das ist neu seit meiner letzten Schwangerschaft - Vitamin B6 in der Frühschwangerschaft zu verschreiben. Offenbar ist man der Ansicht, dass Schwangerschaftsübelkeit von einem Vitamin B6 Mangel herrührt. Ich nehme also nun brav meine Pillen und es hat sich tatsächlich eine Verbesserung eingestellt. Trotzdem werde ich zwei Stunden nach dem Aufstehen wieder schläfrig und wenn ich zu viel herum wirbele dann kommen Übelkeit und Schwindel zurück.
Das einzig Gute am schwanger sein sind die extremen Empfindungen. Eine gute Freundin, verheiratet, hat mir mal gebeichtet, dass sie gut und gerne auf Sex in ihrem Lebenverzichten könnte. Ich hörte mich nur sagen: „Warte mal bis du schwanger bist!“
Ganz und gar unerotisch an dieser Tatsache ist jedoch, dass man als Schwangere Sex und Kotzen in einem Atemzug nennt. So, so viel Offenheit musste jetzt sein!
Neben den Nebenwirkungen der Schwangerschaftshormone hatte ich auch mit dem Leben selbst zu kämpfen. Manchmal führen eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen zu traumatischen Erlebnissen. Was da passiert ist, ist von der Art dass es in der Familie bleiben soll und schon gar nicht in einen Blog gehört. Uns geht es allen den Umständen entsprechend gut aber die Geschichte wird uns noch lange verfolgen.  Ich war derart traumatisiert, dass ich tagelang nur rumsaß. Ich konnte das auch nur machen, weil wir einen neuen Sandkasten haben und die Kinder somit beschäftigt waren. Es war mir sogar total egal, dass es in meinem Wohnviertel eine Schießerei mit Toten gab. Ich fand es erschreckend, dass ich keine Empfindungen hatte für die Opfer und es mich nicht mal interressierte ob es hier oder in New York passierte. Es ging einfach nicht, weil ich zusehr mit mir selbst beschäftigt war. Gestern dann wurde ich aus dem Koma gerissen als Freundin D. anrief um uns für morgen in den Park einzuladen. Leben! Vergessen!
Ich werde die Tage mal losziehen um mir was Hübsches zum Anziehen zu kaufen, neue Schuhe, ein neues Parfum usw., dann geht es einem gleich besser. Therapy mit der Debit Card.
Übrigens hat uns die „Swine Flu“ noch nicht erreicht. Wenn ich mich jedoch an den Magen-Darm Virus vom Februar erinnerte und wie schnell dieser in E.P. seine Runde machte, dann wird mir Angst und Bange vor der Ausbreitung eines „richtigen“ Erregers. Allerdings muss ich gestehen, dass ich bei der Ausbreitung einer weltweiten Pandemie lieber in den USA bin als in Deutschland. Einfach weil ích den amerikanischen Behörden mehr Fähigkeiten in Sachen Krisenmanagement zutraue. Eigentlich ironisch, wenn man an New Orleans denkt, oder? Ich hab auch mal gehört, dass es gerade in E.P. zu wenig freiwillige Helfer auf diesem Gebiet gibt. Ach, ich mag gar nicht darüber nachdenken.
Soweit das Neueste von hier. Ich verspreche, dass ich morgen auch  mal wieder eine intensive Blogrunde drehen werde. Nun bin ich müde und es ist Zeit für mich ins Bett zu gehen.
Fühlt euch gedrückt!

Kleeblumenkranz

(*sah diese Anrede neulich in einem Blog und fand sie lustig…)