Nachdem ich nun schon auf etlichen amerikanischen Babyshowern rumgetanzt bin ist es nun an der Zeit mich diesbezueglich weiterzuentwickeln. Ich werde selbst meinen ersten Babyshower schmeissen. Die Schwangere, nennen wir sie einfach mal Maria und er, nennen wir ihn Joseph weil es so schoen passt, bekommen im Dezember ihr Kindlein.
Es wird ihr Erstes sein, ein kleiner Junge. Mama wurde in ihrer Kindheit dem armen Nachbarland entrissen und ich mag sie so weil sie wissbegierig, bescheiden und herzensgut ist. Sie war eines Tages einfach da, hat wie eine Heilige ausgesehen neben Barbie und dem Tattoo-Maedchen. Wir haben ihre liebenswuerdige Art schaetzen gelernt.
Die Geburt des gluecklichen Kindes, welches sie als seine Mutter haben darf, faellt in eine weniger glueckliche Zeit. Die beiden leben seit einigen Monaten unter der Armutsgrenze, dank eines Abrechnungsfehlers des Militaers. Derzeit kaempfen sie um  mehrere Tausend Dollar, die ihnen zustehen. Weiterhin ist Transition Zeit. Jeder zieht weiter, irgendwohin nach Norden oder Osten oder Westen.  Sie beklagt sich nie aber denkt oft darueber nach wie es weitergehen soll. Ich bekam irgendwann mit, dass niemand sonst einen Babyshower fuer sie geplant hatte und verspuerte den innigen Wunsch sofort Luftballons und Party Supplies zu besorgen.
Ich finde es ist eine grosse Ehre fuer jemanden wie sie eine Party zu schmeissen. Der Babyshower wird normalerweise von einer immer von einer Freundin, Arbeitskollegin oder Tante organisiert. Innerhalb des Militaers faellt das natuerlich flach. Da muss man das so unter sich aus machen.
Heute dann war einer dieser schoenen Sonntage von denen nichts weiter uebrig bleibt als ein wunderschoenes Gefuehl. Die Sonne blinzelte zum Fenster herein, alle sassen friedlich am Fruehstueckstisch, das sonntaegliche Gespraech mit dem hawaiianischen Schwiegervater, der da eine neue Freundin hat die uns Sachen strickte, und nach dem Mittagessen nette Leute zum Footballspiel und Brisket essen.
Sieben Erwachsene und neun Kinder, die sich auf das Essen stuerzten und dann eine Runde Rockband spielten. Es war laut und lustig. Wir planten die Spiele und das Essen fuer den Babyshower, sassen am Tisch ohne Barbie, die ich bei der Planung nicht dabei haben wollte, weil mir super happy people einfach suspicious sind. Als Planungspartner wollte ich jemanden der ein Talent fuer Parties hat und ein inneres Leuchten. Meine Nachbarin ist so ein Mensch. Sie schmeisst immer grandiose Parties. Sie brachte ihre vier Kids mit und insgesamt sprangen sieben kleine Jungs mit Boxhandschuhen auf das Trampolin und es dauerte nicht lange bis der dreijaehrige zuschlug und dem Fuenfjaehrigen den schon lockeren Milchzahn blutig haute.
Das schmuzige Geschirr hatte sich da bereits im Waschbecken in bedenkliche Hoehen gestappelt und es war an der Zeit dem allgemeinen Chaos zu entrinnen. Ich nahm meine Tochter und meine schwangere Maria und wir fuhren zum Party Supply Store; einem Laden voller glaenzender Happiness. Wie werde ich Amerika vermissen!!! Es gab Luftballons bis an die Decke, bunte Papierteller, noch bunteren Nippes und scary Halloween Kostueme. Wir kauften Einladungskarten mit Teddybaeren und Glitzer drauf. Teddybaeren werden auch das Motto fuer den Babyshower stellen. Wir werden lustige Spiele spielen, bei denen man glitzer-suess-duftendes Kosmetikzeugs gewinnen kann. Bei so einem Babyshower kommen ja nur die grossen Maedchen und die moegen sowas! It’s a women’s thing!
Als wir nach Hause kamen war das Chaos zwar immer noch da aber ein Grossteil der Chaosmacher war verschwunden. Ich trank meine ueblichen drei Tassen Kaffee um den Abend mit Hausaufgaben fuer die Uni und Hausaufgaben fuer das Haus zu ueberstehen. Ach ja, ich werde mir eine Superwoman-Kaffeetasse kaufen, damit ich mich immer selbst daran erinnern kann dass…………………………………………….