Es ist wohl kein guenstiger Zeitpunkt um ueber negative Gefuehle zu schreiben, so kurz vor Weihnachten. Und ich kenne mich beinahe selbst nicht mehr in Anbetracht dessen was mir so alles durch den Kopf geht in den letzten Tagen. Was tut man, wenn man merkt, dass man jemanden so abgrundtief hasst, dass man sich damit selber weh tut? Nie zuvor in meinem Leben hab ich Derariges gefuehlt und der Versuch einen Grund herauszufinden scheitert an jener dunklen Wolke. Jene Person schien mir von jeher suspekt perfekt.  Kann man wirklich 365 Tage im Jahr strahlend laechelnd, gut angezogen, superschlank und eben wie Plastik duch die Welt rennen? Das Cheerleaderimage, welches ihr anhaftet, ist an sich kein Grund fuer Neid, dass ich dabei meine eigene Unperfektheit unter die Nase gerieben bekomme schon. Ich frage mich gerade ob und wie ich mit mir selber im Reinen bin. Auf der anderen Seite hab ich genug superschlanke, modelnde, erfolgreiche und huebsche Freundinnen und es ist mir total egal. Im Gegenteil ich freue mich mit ihnen und sie haben meine vollste Bewunderung. Das allein, kann es also nicht sein. Vor fast einem Jahr dann, passierte etwas was ich ihr echt uebel nahm. Es glich beinahe einer Rufmordkampagne und ich stand mittendrinnen. I got hurt. Am darauffolgenden Familientag irgnorierte sie mich. Sie startete jedoch kurz danach einen Versuch das Geschehene rueckgaengig zu machen. Hab ich ihr etwa nie verziehen?
Mittendrinnen standen immer die Social Networks. Diese Dinger sind wie Gift. Mehrere Sachen wurden da gepostet, die mir uebel aufstiessen. Mein Mann redet ja nicht ueber sowas, aber als ich Bilder sah mit ihm, drei Barbies, von denen mindestens eine ihre Silikonbrueste beinahe aus dem Oberteil haengen hatte und gebleicht mit saemtlichen (auch verheirateten!) Maennern der Einheit in die Kamera laechelten, da wurde mir speiuebel. Das ganze geschah waehrend den regulaeren Arbeitszeiten. Ich traue mich alleine nicht mal dorthin und ich denke es ist schon mal gar nicht okay seine Single Freundinnen zu all den Maennern mitzunehmen.  Klar dauerte es nicht lange bis einde der Silikonbarbies eine Beziehung mit einem der Soldaten anfing. Ja, bei einer Poolparty schaute ich schon etwas neidvoll auf den flachen Bauch von der Silikonfrau und die sehr straffen Oberschenkel. Jener Mann war einer der besten Freunde meines Mannes und das Ende der Beziehung kommentierte er mit “Die war ueberhaupt kein Spass”. Aussehen ist wohl doch nicht alles.
Ich muss offen gestehen, dass ich gerade im letzten Jahr oft nicht ich selbst war. Gleich mehrmals wurde ich emotional durch die Mangel genommen und heraus kam das Gefuehl unverstanden zu sein, antisozial und ja, oft auch einsam. Ich frage mich ob das dazu fuehrte, dass ich all das auf sie projezierte, irgendwie. Am ersten Schultag zum Beispiel rieb sie mir gleich mal unter die Nase, dass ihre Kinder im Hochbegabtenprogramm gewesen sein, im letzten Jahr. Das letzte Schuljahr beendete mein Kind mit einer dreitaegigen Suspendierung. Der involvierte Lehrer verliess die Schule und wechselte ebenfalls auf die neue Schule, auf die auch mein Sohn geht. Er nahm mich auf die Seite und drueckte sein Bedauern ueber die Ereignisse aus  und die Unfaehigkeit der Schulleitung. Mir blieb damals nur die Verzweifelung und viele Traenen. Er und mein Sohn haben noch immer ein sehr gutes Verhaeltnis zueinander. Ja, als mein Sohn dann in diesem Jahr wieder zu einem Einserschueler aufstieg konnte ich nicht anders als oeffentlich meinen Stolz auszudruecken. Es blieb von ihr unkommentiert. Und dann war da noch der Babyshower. Ich fragte meine Maria ob die anderen Damen Plaene gemacht haetten, es war bereits spaet in ihrer Schwangerschaft. Nein, niemand hatte etwas gesagt. Als sich die Damen jedoch trafen, und ich nicht eingeladen war, meinte jene Dame, dass sie eigentlich eine Ueberraschungsparty machen wollte und wir den Babyshower gerne in ihr Haus verlegen koennten. Dass haette dann bedeutet, dass ich nix mehr zu sagen gehabt  und sie allein geglaenzt haette.
Nun ist es ja so, dass jeder eine Last zu tragen hat. Ihre ist nicht leicht und neben meiner schmerzlichen Abneigung empfinde ich auch viel Mitgefuehl. Sie versucht wohl auch viel zu kompensieren und neben wenig Schlaf und drei Kindern ist sie ueberall als Freiwillige zu Gange. Ich weiss nicht wie sie das alles schafft. Ich denke oft die Frau muss einen 18-Stunden Tag haben, ich verstehe nicht warum sie sich so viel auflaedt. Als sie dann vor ein paar Tagen postete, dass was einen nicht unbringt, einen nur noch haerter macht, liess ich mich dazu hinreissen einen Kommentar zu hinterlassen, der mich in echte Schwierigkeiten brachte.
Ich schrieb ihr, dass es okay sei nicht immer perfekt zu sein und sich auch mal Zeit fuer sich selber zu nehmen. Ich schrieb, dass ich an ihrer Stelle das sehr zeitaufwendige Voluntariat in der Schule aufgeben wuerde und ich sowieso nicht verstehe, warum sie sich immer so viel aufhalst. Ich hatte keinerlei schlechte Absichten.
Wuetend auf sie wurde ich, als mein Sohn am folgenden Tag aus der Schule kam und mir mitteilte, dass ihr kleiner ENGEL, den ganzen Tag gemein zu ihm gewesen sei und auf sein Nachfragen geantwortet haette, dass ihre Mami und ich einen Streit hatten????? Ich vermutete, dass ihr das das Wort “perfekt” irgendwie nicht gepasst hatte. Sie schrieb naemlich, dass sie dass alles nicht machen wuerde um perfekt zu sein, sondern weil sie gerne Leuten hilft. Tja, da hatte ich wohl Mist gebaut. Dumm wie man machmal ist, eben. Nun sind Frauen an sich ja sehr subtil in der Kriegsfuehrung und ich fuehlte mich an jenes Ereignis von einem Jahr erinnert und fand es gar nicht witzig, dass mein Kind unter meinem Kommentar zu leiden hatte. Ich als zukuenftige Kommunikationswissenschaftlerin sollte es auch besser wissen und keine Emails schreiben, wenn ich wuetend bin. Ich rammte ihr erneut ein Messer in den wunden Punkt. Nicht offen sondern eher unterschwellig, nachdem ich mich entschuldigt hatte und fuehlte mich danach kein bisschen besser. Sie antwortete nicht mehr und schlug aber ebenso boesartig zurueck. Ich merkte das recht schnell, als mein Mann mich ploetzlich anschrie.
Das Ende vom Lied war, dass ich mich aus saemtlichen sozialen Netzwerken zurueck gezogen habe. Sie hat gewonnen. Und um meinen Mann zu versoehnen, schrieb ich gleich noch eine Entschuldigungsmail an ihren Mann mit dem Versprechen nie wieder auch nur ein Wort zu ihr zu sagen. Ich kann verstehen warum die Welt der Frauen fuer Maenner oft unverstaendlich ist. Ich wollte aber meinen Mann da nie mit reinziehen und wie gesagt, normalerweise ist es mir echt egal was andere tun und ueber mich denken. Ich wuenschte, ich koennte die Sache einfach vergessen und dieses schlechte Gefuehl abschuetteln. Was fuer ein Mist-Jahr!