Vor einiger Zeit habe ich im Reality TV einen Beitrag gesehen, der mich sehr fasziniert hat. Man fand die Leiche einer Frau, die offenbar in einer Hoehle im Wald gelebt hatte und versuchte auch noch Jahrzehnte spaeter ihre Identitaet festzustellen. Schliesslich gab es Hinweise auf eine vermisste Person und man konnte die Schwester ausfindig machen, die anhand der beiliegenden Gegenstaende die Tote als ihre Schwester identifizieren konnte. Diese erzaehlte dann von der grossen Liebe ihrer Schwester und wie jener Mann sich eines Tages entschloss zu Frau und Kindern zurueck zu kehren. Er war ein militaerischer Pilot und nur vorruebergehend dort stationiert. Daraufhin verschwand jene Frau spurlos. Wie sich dann herausstellte hatte sie noch eineinhalb Jahren in ihrer Waldhoehle gelebt bevor sie schliesslich an einer natuerlichen Ursache starb. Ein junger Sheriff, das ganze spielte in Australien glaube ich, konnte jahrelang nicht von dem Fall ablassen, derart fasziniert war er von der Frau und ihrer Geschichte. Er schwor sich selber ihre Identitaet zu klaeren und dem Mysterium auf die Spur zu kommen. Der Ausblick vor dem Ausgang der Hoehle war atemberaubend und der Sheriff empfand es als beruhigend, dass dieser Ausblick das Letzte war was jene Frau gesehen hat bevor sie einsam verstarb.
Was mich daran so faszinierte war ihre Bereitschaft der Zivilisation den Ruecken zu kehren und lieber einsam in einer Hoehle zu leben, in ruhiger Umarmung des Waldes, als weiter leidend durch die Menge zu laufen. Wie sehr muss sie gelitten haben als er ging? Ich kann ihren Wunsch nachvollziehen. Manchmal fuehle auch ich mich als wenn ich ein paar Tage einsam vor mich hinleidend in einer Hoehle zubringen moechte. Der Wald ist so beruhigend und das Rauschen der Baumkronen wie Salbeitee fuer die Seele. Einsam in der Natur zu leben kommt mir manchmal vor wie ein unerreichbarer Luxus. Es scheint der ultimative Ausbruch vom Leiden des Dahseins zu sein. Kein menschliches Elend, das man sich ansehen muss, keine zerbrochenen Herzen oder andere Hoffnunglosigkeiten. Was bleibt ist man selber und der Wald. Manchmal ist es schwer Loesungen zu finden fuer die komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen. Insbesondere dann wenn man sich festgefahren hat oder gar nicht mehr miteinander redet. Niemand hat einen darauf vorbereitet auf das was das Erwachsenenleben an Leid und Schmerz mit sich bringt, an Versagungsaengsten, an tragischen Verlusten und den staendigen Selbstzweifeln, denen man insbesondere als Frau unterliegt. Wie verlockend hoert sich die Reinheit des Waldes da an, wie friedlich und frei man da wohl sein kann?