You are currently browsing the category archive for the 'Art' category.

So, hier ein paar Bilder vom Babyshower. Ich wuerde sagen es war ein voller Erfolg, auch wenn nicht alle gekommen sind, die eingeladen waren. Naechstes Mal muss ich allerdings die Bilder selber machen. So richtig gefallen mir diese naemlich nicht.

Zu einem Babyshower gehoert natuerlich immer eine Ballontraube.

Passend dazu gab es Papierteller und Becher. Ja, ich weiss der Planet stirbt….

Auch auf dem Kuchen war ein Teddy.

Wir spielten lustige Spiele. Zum Beispiel machten wir Babies aus Knete und ….

bemalten Babyunterwaesche mit Stofffarben, wie hier Frau Masters of Art.

Natuerlich gab es auch viel yummi Essen.

Und weil es so Spass macht, gibt es am naechsten Samstag gleich wieder eine Party. Mein Sohn wird neun und will eine Chef-Party, Chef as in Koch. Ich hoffe keines der Kinder kommt mit seiner besten Sonntagskleidung. Sie duerfen naemlich ihre Cup Cakes selber gestalten und wir machen andere Spiele, die mit Essen zu tun haben. Ich freue mich schon.

 

Letztes Wochenende war mein Mann mal wieder irrsinnig froh, dass ich eines von meinen Besichtigungszielen ausgekramt habe.
„Willst du die Wegbeschreibung aufschreiben?“
Ja, wollte er. Wir fuhren dann irtümlicherweise bis an die Grenze von New Mexico und dann wieder zurück und endeten in einer schlimmen Gegend voller homeless people zwischen Bahnschienen und auf einer Schotterpiste. Familienstreit!
Ein Anruf genügte und ein Freund schaute mal in seinem GPS nach und endlich fanden  wir unser Ziel. Das Haus der Familie Magoffin downtown El Paso, Geburtsstätte der Stadt El Paso. Ein bißchen Geschichte schadet schließlich nie. Dort angekommen, hatten wir gerade noch so die Tour verpasst und hätten eigentlich eine Stunde auf die nächste Tour warten müssen. Eine freundliche junge Dame jedoch nahm sich unserer an, vermutlich weil wir die zwei Kinder dabei hatten und sie uns nicht zumuten wollte solange zu warten. So bekamen wir unsere persönliche sehr ambitionierte Tourführerin. Als der erste Magoffin die Handelsstraßen von Chihuahua bis in die heutigen Staaten hinein bereiste war dies noch wildes Land. Der älteste Teil des Hauses ist daher noch aus Adobe hergestellt. Adobe ist eine Mischung aus Sand, Lehm, Pflanzenteilen und schlimmstenfalls Tierpoop. Wir kamen allerdings nicht um uns nur Wände anzugucken.
Das Haus mit seinen 3 Flügeln, unzähligen Räumen enthält eine sehr schöne Sammlung von Möbeln und Gegenständen aus dem 19 Jahrhundert bis hinein in die ersten zwei Jahrzehnte des 20igsten Jahrhunderts.
Der romantische Teil meines Herzens macht Luftsprünge bei solchen historischen Orten. Ich hätte gerne in jener Zeit gelebt. Hauptsächlich deswegen weil die Leute so einen Hang zu Rüschen, Schörkeln, Blättern und Blumen hatten. Es gab Drama und Feen und Elfen, die Damen trugen ihr Haar hochgesteckt und Puffärmel und Korsetts, zarte weiße Handschuhe und Hüte. Unsere Tourführerin muss genauso fühlen. Sie erzählte mir, dass sie normalerweise an den Wochenenden in Kostümen rumlaufen, nur eben gerade dieses Wochenende nicht.
Sie, die Tourführerin erzählte mit leuchtenden Augen die Familiengeschichte der Magoffins, immerhin hatten sie 110 Jahre in dem Haus gelebt, bevor die Stadt El Paso und das Land Texas beschlossen das Haus zum kulturellen Erbe zu machen. Die Magoffins waren maßgeblich am Bau der Eisenbahn beteiligt ohne die, diese Stadt niemals hätte entstehen können und alles was man hätte hier sehen können wäre das historische Ft. Bliss gewesen.
Einige Exponate erweckten sogar das Interesse meines sonst eher weniger an Geschichte interesierten Mannes. Die Leute hatten tatsächlich einen getrockneten aufgeblasenen Kugelfisch am Kronleuchter im Salon hängen. Die freundliche Dame erklärte uns, dass man dies früher quasi als Statussymbol dort hingehungen hatte. Meine Vermutung ist, dass es mit fernen Reisen in fremde Länder assozieriert wurde. Tatsächlich unternahmen die Magoffin Männer und auch einige der Frauen zahlreiche Reisen. Irgendeiner von denen kaufte seiner Frau auch ein traumhaftes Schlafzimmerset, veredelt mit deutschem Silber und italienischem Marmor. Das dunkle Holz war nach allen Regeln der Kunst verschnitzt. Der Traumhafte Baldachin verschleierte das Bett mit weißem, durchscheinendem Stoffe. Äußerst unromantisch: Damals schlief man im Sitzen um nicht mitten im Schlaf durch Atemprobleme zu sterben. Tuberkulose ließ grüßen. Zehntausend Kissen machten es der Dame des Hauses bequem.
Irgendeiner der Familie war auch ein berühmt-berüchtigter Partymensch. Seine Feiern waren legendär, beinhalteten nicht selten fünfgängige Menüs und fingen manchmal erst um 12 Uhr nachts an. Ich würde auch gerne Partys schmeißen von denen man noch 100 Jahre später zu berichten weiß.
Im Garten stand ein Olivenbaum und neben dem Haus gab es sogar einen Kräutergarten. Ich tat das, was schon meine Mutter mit mir gemacht hatte. Ich schnappte meinen Sohn und ließ ihn einige Blättchen im Kräutergarten pflücken und hielt ihn an diese zwischen seinen Fingern zu zerreiben. Der Geruch von Pfefferminze, Liebstöckel und Majoran entfaltete sein Aroma. Und ich dachte darüber nach wie schön es wäre ein ganz simples Leben zu führen, ohne Strom, ohne Computer, ohne Fernsehen.
Ein großes Haus, einen Kräuter-, Rosen- und Gemüsegarten, Hühner und andere Tiere, nähen am Abend – Kleidung für die Kinder und mit Spitze versäumte Bettwäsche. Aufstehen bei Sonnenaufgang, den Bienen zuschauen wie sie in den Kirschblüten ein und ausfliegen. Ach ja, das Leben könnte so romantisch sein. Träumen wir nicht alle ab und zu davon?
Ich zumindest werde mich noch lange an jenes Haus erinnern und nachts davon träumen wie ich vor dem riesigen Spiegel meinen Hut aufsetze, meine Handschuhe überstreife und dann im Esszimmer eine lustige Party gebe.

Der Mensch kam nackt auf die Welt, damit er Mode machen kann, davon bin ich überzeugt. Ich beschäftige mich seit ca. 1.5 Jahren mit dem Thema nähen und bin so froh, dass auch meine Lieblingscousine unter die Näher gegangen ist. Nun können wir uns nämlich übers Nähen unterhalten und das macht mindestens genauso Spaß wie Nähen an sich.  Wenngleich die Begeisterung fürs Nähen bereits seit Kindertagen in uns schlummerte hat doch Heidi Klum ihren Teil dazu beigetragen, dass Dornrösschen erwachte und sich zwar nicht wieder ans Spinnrad aber dennoch and die Nähmaschine setzte. Man kann ja von Heidi halten was man will aber hier in den USA hat sie eine wirklich gute Show mit hochgezogen. Project runway, eine reality show in der  talentierte Nachwuchsdesigner versuchen sich einen Platz in der New Yorker Fashionweek zu sichern. Das Konzept gibt es mittlerweile auch in anderen Ländern, allerdings leider nicht in Deutschland. Vielleicht auch deswegen weil Deutschland noch immer modisches Niemandsland ist und junge Designer es schwer haben sich zu etablieren. Dank Youtube kommt auch meine Lieblingscousine an Folgen von Project runway und zwar von allen Ländern, für sie als Kulturwissenschaftlerin ein gefundenes Fressen.

Neulich unterhielten wir uns darüber welche Mittel und Wege wir beschreiten um ordentlich Nähen zu lernen. Überrascht war ich, wie unterschiedlich wir an die Sache rangehen.
Ich habe mir eines Tages bei Amazon eine Art Nählexikon bestellt, in dem alles Schritt für Schritt erklärt wird. Im Pawnshop erstand ich für ein paar Dollar eine einfache und gebrauchte Nähmaschine und los gings. Ich fing an mit einem einfachen Quilt aus Bettlakenresten. Als ich das drauf hatte, kaufte ich mir irgendwann Stoff und Schnittmuster und wollte mir ein Oberteil nähen. Mein Stoff entpuppte sich als schwer zu verarbeiten und das Nähmuster war mir unverständlich, also landete alles in der Mülltonne und es war erst mal Ruhe für eine Weile. Irgendwann packte mich jedoch wieder das Fieber und beschloß anders an die Sache ran zu gehen. Ich zog wieder los und kaufte ein Schnittmuster von einem anderen Hersteller, welches super leicht nachzuvollziehen war. Mein Sohn suchte sich einen Stoff aus, und ich nähte ihm eine Schlafanzughose. Es funktionierte problemlos und ich blieb bei dem Hersteller. Gerade nähe ich ein Frühlingskleid für meine Tochter, bin fast fertig.

Meine Cousine hingegen beschäftige sich erst mal mit der wissenschaftlichen Basis der Herstellung und Verarbeitung von künstlichen und natürlichen Fasern. Dann begann sie sich durch die Geschichte der Mode zu lesen und lieh in sämtlichen Bibliotheken der Hauptstadt alles aus, was sich darüber finden ließ.  Dann buchte sie einen Kurs um die Grundlagen zu lernen und weil sie am liebsten schon morgen mit ihren Entwürfen am Leib ins Nachtleben will gab es gleich ein Mannequin. Das schöne an dem Mannequin ist, dass man sich 1. lästiges an und ausprobieren sparen kann und zweitens den Stoff so dranheftet wie man es braucht, ohne jemals ein Schnittmuster in der Hand gehabt zu haben. Bei der Methode ist Kreativität gefragt weil man mit seinen eigenen Ideen arbeitet. Nähmaschine kaufte sie natürlich auch noch, nicht so hochwertig wie erwünscht, weil natürlich sind gute Nähmaschinen sind superteuer aber dennoch gut genug um erst mal Sinn und Zweck zu erfüllen. Und schon nähte sie los.  Bin gespannt was du da so nähst, liebe Cousine! Ich hoffe du schickst mal Bilder.

Diese verschiedenen Vorgehensweisen spiegeln wohl auch wieder wo wie hinwollen mit unserer Näherei und wo wir gerade stehen. Sie ist eher der Avantgarde Mensch und ich, einfach eine Hausfrau, die gerne in der Nähabteilung rumhängt weil es da so schön bunt und friedlich ist, gerne was für die Kids und den Haushalt näht und den Kartoffelknopf an der Microwelle tatsächlich benutzt. Langweilig! Ich beschloß daher meiner Cousine imaginär in die Bibliothek zu folgen und besuchte zum ersten Mal eine Nichtmilitärbibliothek hier in E.P. Und wow, sind die gut ausgestattet, leider hatte ich kaum Zeit mir was für Fashiondesign auszuleihen, weil ich einem Kleinkind hinterherlaufen musste (Mann hatte Stroller aus dem Auto genommen und mir nix gesagt, grummel). Zwei Nähbücher für Kindersachen und ein Buch über Blumen in Texas erstand ich dennoch in den wenigen Minuten. Ist keine Avantgarde aber hilft mir sicherlich weiter, die Kinder mit selbstgenähten Sachen zu beglücken. Leider kam ich dem Entwerfen an sich keinen Schritt näher.

Wenn ich mich nicht doch noch aus unerfindlichen Gründen hier im Community College für Modedesign anmelden sollte,  heisst es wohl auf lange Sicht für mich, dass sich der Traum von Blitzlichtgewitter über meiner eigenen Kollektion schon vor längerer Zeit in Luft aufgelöst hat, so wie viele Sachen, die man aufschiebt oder ganz vergißt wenn man eine Familie zu versorgen hat. Ist nicht schlimm, man tut es schließlich aus Liebe und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ich bin jedenfalls froh nach vielen Jahren etwas gefunden zu haben was ich getrost als Hobby bezeichnen kann und in dem ich total aufgehe. Jetzt heisst es warten bis sich die Gerichte darüber einigen wer die sechste Staffel von Project Runway USA ausstrahlen darf und bis dahin wird fleißig weitergenäht.