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Kurz bevor wir hier unser neues temporäres Zuhause gezogen sind hatten wir einen Stromausfall auf der Eastside. Es war komplett dunkel draußen und drinnen und wir lagen also mit den Kindern auf dem Bett bei Kerzenschein und mein Mann erzählte die Geschichte vom Riesenseestern. Es ist schon wieder eine Weile her aber ich versuche mal die Geschichte so gut es geht wiederzugeben.
Es war einmal eine Insel im Pazifik die wurde immer kleiner. Der Grund warum sie immer kleiner wurde war ein riesiger riesiger Seestern, der jeden Tag kam und jeden Tag ein Stück Insel auffraß. Öfter mal griff sich dieser Riesenseestern sogar einen der Bewohner wenn sie unvorsichtig waren und verschlang ihn. Die Insulaner verfielen in Panik und schickten einen ihrer Leute zum weisen Mann, der ganz alleine am anderen Ende der Insel wohnte. Niemand hatte ihn seit Jahren gesehen und man wusste nicht ob er überhaupt noch lebte.
Der weise Mann dachte eine Weile nach und hatte dann eine Idee. Was glaubt ihr denn wieviele Tentakeln der Riesenseestern hatte? Fünf? Nein, der Riesenseestern hatte viel viel mehr.
Man baute menschengroße Puppen aus Stroh und stellte sie am Strand auf. Als der Seestern kam und einen seiner Tentakeln um eine Strohpuppe schlang nahm der weise Mann ein Beil und schlug ihm den Arm ab. An jenem Abend hatten die Inselbewohner ein großes Mal und jeder wurde satt vom Seesternarm. Am nächsten Tag kam der Riesenseestern zurück und wollte erneut eine Strohpuppe greifen, die er für einen Menschen hielt. Auch dieses Mal wurde ihm der Arm abgehackt. Das Spiel wiederholte sich einige Male doch jedes Mal wurde der Seestern vorsichtiger und die Inselbewohner mussten geschickter vorgehen. Als er nur noch einen Arm hatte, griff der Seestern wieder zu.
„Hey, ich bin der Falsche, ich bin nicht von dieser Insel.“ Sprach sein Opfer, der nichts über den Riesenseestern wußte und nur zu Besuch gewesen war. Ende.
Ich wies meinen Mann darauf hin, dass dies kein ordentliches Ende sei für eine Geschichte. Mein Mann meinte er könne das auch nicht ändern, dass sei eben so.
Ich habe ein Buch über die Mythologie der Marshallinseln und viele der Geschichten sind nicht nur grausam sondern auch merkwürdig für ein europäisches Gemüt. Oder was soll man von Mensch-Laus-Hybriden-KIndern halten, die sich unter Muscheln verstecken und letztendlich doch von einem Dämon zerdrückt werden? Die Geschichten enden alle sehr merkwürdig. Da ist kein trauriges Hans Christian Anderson Ende oder ein Gutes wie bei den Grimm Brüdern, irgendwie ist da so überhaupt kein Ende. Dank dieses Buches weiß ich aber auch, dass man am Anfang der Welt die Fische angemalt hat. Wie sonst soll man sich die Farbenvielfalt der Tiere im Pazifik erklären. Wenn ich mal ganz viel Zeit haben sollte, dann will ich die eine oder andere Geschichte ins Deutsche übersetzen.

Wir haben am Ende des Monats immer nicht viel Geld übrig. Wir leben schon seit fast einem Jahr von nur einem Gehalt, was daran liegt, dass ich hier in den USA immer noch nicht arbeiten darf. Wir freuten uns natürlich als wir herausfanden, dass ich schwanger bin, auch wenn das bedeutet, dass wir den Gürtel nochmal enger schnallen müssen. Babies kosten viel Geld, insbesondere wenn man alles neu kaufen wollen würde.Wir fingen also bei unserem knappen Budget bereits im vierten Schwangerschaftsmonat mit der Beschaffung der Babyausstattung an. Von den Nachbarn kauften wir gebraucht einen Kinderwagen, Autositz und Reisebett, von anderen Nachbarn, noch aus Deutschland, hatten wir ein Babybett ohne Matratze geerbt und eine ungenutzte Komode stand in der Garage, weil sie nicht mehr in das Zimmer meines Sohnes passte. Diese gehörte zu einem ganzen Kinderzimmerset in welchem ein ehemaliger Chef von mir bereits als kleiner Junge bewohnt hatte, im saarländischen Homburg! Er hatte es mir damals vermacht als ich mit fast Nichts ausser einem Kleinkind in einer kleinen Wohnung wohnte. Schöne Holzmöbel aber über die Jahre haben Kinderhände dort auch ihre Spuren hinterlassen.
Nun will ich aber, dass das Baby ein hübsches Babyzimmer hat, auch wenn ich weiss, dass ihm das ziemlich egal sein wird. Wir haben also nun das Problem, dass wir einige alte Möbel in verschiedenen Farben und Formen haben und man so absolut nicht zu einem harmonischen Babyzimmer kommt.
Was man aber mit Geld nicht hinbekommt, dass schafft man mit Arbeit sagte ich mir und als ich irgendwann mal 20 Dollar übrig hatte kaufte ich folgende Dinge:

1 Packet Sandpapier (2 Dollar Nochwas)

3 Dosen weisser Sprühlack ( 3 Dollar pro Dose)

5 Künstleracrylfarben (55 Cent das Stück)

6 Metalknaufe aus chinesischer Fabrikation und mit provenziallischem Aussehen (1 Dollar Nochwas was Stück)

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Meine Inspiration holte ich mir aus sowohl aus der deutschen Einrichtungszeitung Living & More als auch aus amerikanischen Heimwerkershows wie „Design on a Dime“. Die Living & More Redaktion scheint sich sehr mit nordischem weiss und Vintage Style identifizieren zu können. Viele Einrichtungen stammen von den Landsitzen nordeuropäischer Künstler oder Designer. Natürlich hatte alles irgendwie ein Vorleben, ist antik oder sonstwie aufgearbeitet. Ein Wort dafür ist Recycle Art.Es musste also auch bei mir weiss sein, weil ich es auch für ein Baby recht passend fand – mit einem frischen Hauch von Grün und einem Rosa das nicht allzu sehr an Barbie Pink erinnert.

Ich fing damit an den Lack der alten Komode mit Sandpapier anzuschleifen, nachdem ich die alten Holzknaufe von den Schubladen abmontiert hatte. Ich zog die Schubladen heraus und klebte innen alles sorgfältig mit Zeitungspapier und Klebeband ab. Die Innenseiten der Komode und der Schublade sollten schliesslich keinen Lack abbekommen um ein problemloses rein und raus der Schubladen zu gewährleisten.
Danach wurden mit Sprühlack drei Schichten Weiss aufgetragen. Zwischendrinnen gab ich dem Lack immer einige Stunden Zeit zu trocknen. Sprühlack finde ich besser als Farbe zum Streichen. Das Resultat ist um ein Vielfaches gleichmässiger und es geht schneller. Das Einzige Problem bei der Sache ist, dass man am Besten draussen sprüht um nicht allzu viel von dem Farbnebel einzuatmen. Hierzu muss es einigermassen warm und ganz wichtig: trocken sein.
Ich hatte eine alte Vintage Style Tischdecke aus einem Second Hand Laden mit Rosenmuster. Die Rosenblüten nahm ich als Vorlage für mein eignes Rosendesign, welches ich anfertigte. Ich malte das Muster auch gleich mit den Acrylfarben an und schnitt es sorgfältig aus. So konnte ich sehen wie es auf den Schubladen wirkt und die markanten Punkte mit einem Bleistift übertragen.
Dann kam die Acrylfarbe an die Reihe. Hier gilt immer dunkel auf hell. Zuerst wurden also im groben die Blumenumrisse sowie die Blätter mit den hellen Untergrundtönen gemalt. Jeden Schritt machte ich gleich dreimal um möglichst regelmässige Ergebnisse auf allen Schubladen zu erzielen. Dann werden die Konturen mit den dunkleren Farben nachgezogen.
Zum Schluss werden die Metalknaufe drauf geschraubt. Weil sie so billig waren und aus China waren die Schrauben natürlich zu lang aber die alten, welche die Holzknaufe gehalten hatten passten auch in die Neuen.
Und fertig war das Möbelstück:

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Heute Abend dann nehmen wir uns das Bett sowie 2 Regale vor bevor es ans Nähen geht (Gardinen und Himmel). Stoffe habe ich mir schon ausgeguckt und ich hatte in diesem Jahr schon genug Zeit zum üben.