You are currently browsing the category archive for the 'Hispanic Culture' category.

„Fried Gator“ stand auf der Packung und innen drinnen lagen scharfe Alligator Nuggets, knusprige Fries und ein extra scharfer Dip. Mein Mann war so liebenswürdig gewesen und zum erst neulich eröffneten „Daddy Wings“ ,oder so Ähnlich, zu fahren um mich mit Alligatorfleisch zu verwöhnen. Ich entschuldige mich hier öffentlich bei allen Vegetarieren für meine Fleischeslust.
„Tastes like Chicken!“ So wie eben alles nach Hühnchen schmeckt was nicht Rind oder Schwein ist. Die Chipotle Himbeer Wings, die mein Mann gewählt hatte waren auch nicht schlecht. Künstler A. hatte mir von jener Hot Wing Bar erzählt, er ist ein wahrer Gourmet und es kam schon mal vor, dass er einen Geldbetrag von knapp 400 $ beim Japaner gelassen hatte. A. weiß immer wo es gutes Essen gibt. Meine Mexikaner wissen ohnehin was gut schmeckt. C. zum Beispiel ist eine verlässliche Quelle für allerlei Rezepte wie z.B. Jalapeño poppers, Peppers mit Käseinnenleben und einer panierten Kruste, ich liebe sie. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen diese nachzukochen. C. ist wohl das Paradebeispiel eines TexMex Jungen. Irgendwann mal saß er nach einer wilden Party in einem mexikanischem Knast, er besitzt zwei Pferde und versüßt mir den Arbeitsalltag in dem er mir Nettigkeiten auf Papier geschrieben rüber wirft. Ich komme mir vor wie in einer Latino Seifenoper wenn ich ihn den ganzen Tag spanisch reden höre. Als er mich mal fragte ob ich nicht sein Pferd reiten wolle, dachte ich zwar im ersten Moment darüber nach ob man das auch zweideutig meinen könnte, entschied mich dann aber dafür in romantischen Vorstellungen zu schwelgen. Ich in Jeans und Karobluse mit Cowboy Hut durch die gerade blühende Wüste auf dem Rücken eines Quarter Horses. Um mich herum gelbe Blumen und im Hintergrund die felsigen Berge, ich trotte so vor mich hin und C. gallopiert in weiter Ferne.
Am nächsten Tag C. und ich im Pausenraum vor einem Artikel über die wilden Mustangs. Man kann die kaufen, sage ich, für nur 125 $, sie leben in Auffangstationen. C. will Opa fragen ob Opa ihm Mustang kauft. Er erzählt mir etwas über den neuesten umweltfreundlichen Reiniger aus Worm Poop (Wurmkacke), den gibt es hier in den USA tatsächlich. Und von den Mustangs zu den Würmern hin zu meiner neuesten Geschäftsidee. Wir werden die Wasserversorgung revolutionieren, sage ich. (Wenn das hier jemand liest, der mir einen kleinen Vorschuß für meinen eigenen kleinen Betrieb geben kann dann bitte her damit. Als Gegenleistung verspreche ich, dass ich meinen reichen Spender noch reicher machen kann.) C. ist interessiert und will wissen ob man meine Idee auch bei Trailern anwenden kann. Trailer und Öko, dass kann zusammen klappen, sage ich. Die Pause ist um und C. meint wir sollten mal abens was zusammen trinken gehen und das Ganze bequatschen. Ich sei ja so schön und er würde mir gerne einen Martini mit Grenadine- oder gar Apfelgeschmack spendieren. Mir kommt das alles sehr spanisch vor, denke ich und Alkohol macht ja bekanntlich gefügig. Trotzdem würde ich gerne mal einen Grenadine Martini probieren. Der nächste Zettel meines heißblütigen Ökoverehrers ist eindeutig: Du sollst auch nachts an mich denken…, schreibt es da und ich werde nervös.

Auf einem Baby shower regnet es Geschenke und nicht etwa Babies. Baby Showers sind Parties for expecting Moms auf die normalerweise nur andere Frauen hingehen. Sinn und Zweck des Ganzen ist die Erstausstattung für das Baby (was sich im Moment des Baby Showers noch im Bauch befindet) zusammen zu kriegen. Zu diesem Zweck hinterlegen die werden Eltern bei verschiedenen Geschäften Listen mit Artikeln, die sie noch benötigen. Natürlich geht es bei einem Babyshower auch um das fröhliche Zusammensein, essen und essen und nochmals essen.
Was waren wir gestern also froh, dass wir das wir einheimische Freunde haben und Oma für die schwangere Freundin einen Baby Shower schmiss. Da Oma alles vorbereitete war uns schon klar, dass es dort jede Menge gutes mexikanisches Essen geben würde. Ausnahmsweise waren die Männer mit eingeladen, diese saßen aber im Garten und passten auf den Grill auf. Wir Frauen saßen im Haus, zusammen mit den unzähligen Kindern, die da rumhüpften, zahlreichen Omas und Opas und Tanten jener Großfamilie. Dann musste man Spiele mitspielen. Jeder nahm so viele Blättchen von einer Klopapierrolle wie er dachte das der Bauchumfang der Schwangeren sei, ich habe mich masslos verschätzt. Wir mussten mit geschlossenen Augen innerhalb von 30 Sekunden ein Baby malen, möglichst schnell und möglichst viele Babyartikel aufzählen usw.

Das Spanische überwiegte natürlich auf jener Party. Insbesondere die älteren Damen und Herrn sprachen kein Englisch. Für uns Ausländer wurde daher fleißig übersetzt. Mir mit meiner allgemeinen Verwirrung passierte es dann, dass ich, nachdem ich mit meinem Sohn ein paar deutsche Worte gewechselt hatte, mich zu meiner hispanic Freundin umdrehte auf den Salat deutete und“Ist da Huhn drin?“ sprach. Der Umschalthebel ist manchmal etwas langsam.

„No, it’s chicken!“ Sie hat nicht mal gemerkt, dass ich eigentlich Deutsch gesprochen hatte. „Ist da“ und „esta“ hören sich aber auch verdammt ähnlich an. Die Salsa war so scharf, dass jedem der Mund brannte, was aber niemanden daran hinderte die selbst gemachten Tortilla Chips wieder rein zu tunken. Die Alternative dazu war die warme Käsesosse. Alles was „con Queso“ ist, mag ich.
Nach dem dritten Stück Kuchen sprach mein Mann mal ein Machtwort. Oma liess es sich aber nicht nehmen uns noch Kuchen für zuhause mitzugeben, und Salsa, und Salate….:-) Also die ganze Pallette für ein fat girl.

Als meine schwangere Freundin anfing die ganzen rosa Papiertüten, die jeder mitgebracht hatte, auszupacken wurde von der jeder Babyartikel von der Menge mit einem lauten „Awwwwww“ komentiert. Pure Niedlichkeit covered in baby rosa kann man da nur sagen.

Nebem dem guten Essen war das Highlight des Tages für mich die Badezimmer in Omas Hütte. In dem einen lebte eine Schildkröte und in dem anderen gab es einen winzigen Altar an der Wand mit dem Bildnis von Maria mit dem Kinde. Um das Bild herum standen winzige Kerzen und andere kleine Objekte wie Steine usw. Das sah so hübsch aus, dass mir überlegte auch sowas ins Babyzimmer zu hängen.

Naja, wir blieben lange bis nach dem Sonnenuntergang und das viele Essen rächte sich heute morgen auf der Waage.

Vocabulary:

Awwwww! Ausruf der Amerikaner um Niedliches zu komentieren

expecting Mom: Eine Möglichkeit um auszudrücken, dass eine Frau schwanger ist

Pacifier: Schnuller

Diaper: Windel

 

 

 

 

 

Heute morgen erhielt ich einen Anruf. Eine staatliche Behörde machte eine Umfrage zwecks der Krankenversicherung des Militärs. Zur Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung durch ein MTF (Military Treatment Facility) wird man öfter mal befragt, meistens jedoch kann man online einen lustigen Fragebogen ausfüllen. Was einem auffällt bei diesen Umfragen ist immer die Frage nach der eigenen Rasse. So fragte mich auch dieses Mal jene Dame am Telefon danach und ich sollte jeweils mit ja oder nein antworten: Sind Sie Hispanic? Sind Sie native American?…. Keiner fragt einen hier nach der Nationalität, ich glaube aus Gründen von einem der unzähligen Anti-Diskriminierungsgesetze. Daran kann man unschwer erkennen, dass man in einem Einwanderungsland lebt. Hier eine öffentliche Diskussion im Stil von Roland Koch zu führen, wäre undenkbar, weil ja irgendwie fast jeder einen Immigrationshintergrund hat.
Auch bei anderen Gelegenheiten wird auf fast jedem Schnipsel Papier, den man so ausfüllen muss, nach der Rasse gefragt für statistische Erhebungen. Zumindest ist das meine Vermutung. Denn ab und zu kriegt man solche Statistiken sotiert nach der Rasse auch mal zu sehen. So zum Beispiel als ich eine Report Card der Schule meines Sohnes erhielt. Darin eine statistische Erhebung der Leistungen der Schüler der Schule verglichen zum Staatsdurchschnitt, schön untersortiert nach den prozentualen Anteilen der Leistungen verschiedener Rassen.

Oder als ich zur Schwangerschaftsorientierung musste. Wie sich herausstellte haben verschiedene Rassen verschiedene häufig auftretende medizinische Komplikationen, daher wird vorher schon selektiert und das jeweilige Risiko erfasst. Darum also wieder eintragen ob man weiss oder schwarz oder gar grün ist.
An eine solche statistische Erhebung musste ich auch denken als wir mit einer Zuckerwattenmaschiene durch El Paso fuhren. Diese war für meinen Schwager auf der Insel bestimmt, der da ein Zuckerwatten-Business eröffnen wollte. In meinem Kopf hatte ich plötzlich nicht nur kleine sonnengebräunte Kids unter Palmen die bunte Zuckerwatte essen sondern auch jene Information über das erhöte Diabetes Risiko von Pazifik Islandern aus eben solchen Statistiken. Die Leute auf dem Postamt fanden die Zuckerwattenmaschine interessant, der Schwager ist glücklich und hat bereits neue Geschäftsideen und ich hab das ungute Gefühl, dass man doch hätte besser bei Kokosnuss, Mango und Co. bleiben sollen.
Allerdings sind solche Erfassungen der Rasse durchaus von Vorteil, gerade im Bildungssektor wird da viel getan um weniger präsente Gruppen individuell zu fördern. So gibt es unter anderem bestimmte Stipendien, die z.B. für Hispanics gedacht sind, Billingual-Classes ab dem Kindergarten sind zumindest hier Standart um Immigrantenkindern eine faire Chance zu geben und nicht zuletzt steht America vor einem Sprachwandel in dem Spanisch eine immer größere Rolle spielen wird weil Statistiken ergeben haben, dass Kunden einen spanisch sprechenden Kundenservice wünschen und das nicht nur in El Paso. Warum auch sonst haben wohl Hillary und Obama ihre Wahlkampfseiten sowohl in Englisch und auch Spanisch online gestellt? Wegen den Statistiken….