Ich habe mal ein Buch gelesen, dass sich da Überlebensstategien für Frauen nannte. Mit vielen Ansichten der Autoren konnte ich zwar nicht übereinstimmen aber andere Sachen waren schon recht hilfreich. Die Autoren empfahl zum Beispiel eine 72 Stunden Realisierungsphase für Projekte die man gerne durchziehen will. Im Klartext heisst das, dass man mit dem ersten Schritt für ein Projekt innerhalb der nächsten 72 Stunden beginnen soll weil danach die Chance relativ gering ausfällt, dass man jemals damit beginnen wird.
Vor einigen Wochen hatte mich mal halbherzig mit dem Thema Hausgeburt beschäftigt. Nachdem ein Email-Verkehr mit einer Hebammen-Praxis jedoch nicht zu meiner Zufriedenheit ausfiel und nach einem Gespräch mit meiner Vorsorge-Dame, die mir versicherte ich würde innerhalb von 24 Stunden wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden liess ich meine Bemühungen sein und kehrte zum Alltag zurück.
Als ich vor einigen Tagen nachts aufwachte und fälschlicherweise glaubte die Geburt hätte angefangen wurde mir beim Eintreffen im Krankenhaus bewusst, dass ich eigentlich nicht im Krankenhaus entbinden will. Deswegen machte ich mich heute erneut online auf die Suche nach einer geeigneten Hebamme und wurde auch fündig. Ich rief die Dame gleich an und sah mich dann mit der Frage konfrontiert ob meine Krankenversicherung die Kosten für eine Hausgeburt übernimmt. Ich rief meine Krankenversicherung an und stellte fest, dass die Leute umso mehr von einem erwarten je besser man Englisch spricht. Das Gespräch verlief nicht zu meiner Zufriedenheit und mir wurde schnell bewusst, dass man wenn man etwas will nicht nur Durchhaltevermögen sondern auch Basiswissen mitbringen muss. Also machte ich mich dran das extrem komplizierte Krankenversicherungssystem der Army besser kennenzulernen und fühlte mich wie die ungebildete Mutter einer anderen Generation, deren Wortschatz arg begrenzt ist. Ich rief auch zweimal im Krankenhaus an um ein notwendiges Papier zu erhalten und wurde auch da enttäuscht als man mir beim zweiten Mal entnervt mitteilte, dass man sich dafür gerne 72 Stunden Zeit lässt. Ich war überdreht, machte einen Hilfeanruf bei der armen I., die währenddessen probierte eines ihrer Kinder zu beruhigen und mir auch noch Mut zusprechen musste.
Die Hebamme rief auch noch zweimal an und ich war vom vielen Reden ganz ausser Atem und frustriert, dass ich keinen Schritt weiter gekommen war. Die Hebamme widerum hat den dritten wichtigen Schritt In der Realisierung eines Projektes getan und sich auf angenehme Weise dafür verantwortlich erklärt und wir sind nun so verblieben, dass ich nächste Woche nochmal bei ihr anrufe. *
Aus einem Forum weiss ich, dass Hausgeburt und Army-Krankenversicherung nicht so einfach zusammenzubringen sind und auch die Damen aus dem Krankenhaus wollen für eine Unterschrift gekonnt umschmeichelt werden. Obwohl bei mir ein Risiko nicht absehbar ist, stellen sie sich gerne gegen eine Hausgeburt aufgrund der Seltenheit hier in den USA.
Jetzt stecke ich da mittendrinnen und kann nur abwarten. Ich habe nicht mehr allzu lange Zeit und kann nur hoffen, dass das irgendwie noch mit dem ganzen Papierkram hinhaut.
